Jahresrückblick 2008

Vorgeschichte
Der 24. März 2005 ist der wohl wichtigste Tag in meinem Leben. An diesem Tag habe ich Anusha zum ersten Mal getroffen 😉 Das Lustige ist, das ich noch einen Tagebucheintrag genau von diesem Tag habe und das Datum mir deshalb gut in Erinnerung geblieben ist.
In den darauf folgenden drei Jahren lernten wir uns langsam kennen. Anusha interessiert sich sehr für singhalesische Literatur und Geschichte. Sie ist (wie ich) eine absolute Leseratte und Naturliebhaberin, die Vergleiche zu früheren Zeiten zieht und dem heutigen System gegenüber eher skeptisch ist. In der freien Natur fühlt sie sich am Wohlsten. Sie liebt das einfache Leben und bewegt sich hauptsächlich im Jetzt. Wir unterhalten uns oft stundenlang und sind kaum zu trennen. Ich war sofort fasziniert von dieser exotischen Welt, die sie mir näher brachte und mir wurde schon bald klar, das Sri Lanka meine zweite Heimat werden würde. Ende 2007 waren wir uns dann sicher über eine gemeinsame Zukunft. Wir entschlossen uns nach meiner Rückkehr aus Deutschland vielleicht 2009 zu heiraten. Eigentlich wollte ich noch länger in Deutschland bleiben, aber nach nur vier Monaten hielten wir die Trennung nicht mehr aus 😉

Zusammenfassung
Zunächst wohne ich also wieder bei meinen Eltern und arbeite bei meinem Vater im Büro. Das hat meiner Meinung nach den Vorteil, das ich schneller Geld ansparen kann für meine Zukunft in Sri Lanka. Mein Traum wäre natürlich ein eigenes Grundstück mit Häuschen. Aber doch nicht mit 28 Jahren, oder? Meine Lebensphilosophie stößt zunächst eher auf Unverständnis. Alleine schon das ich bei jeder Gelegenheit barfuß herumlaufe und sogar teilweise draußen schlafe…
Ich merke jetzt immer mehr, das die Zeit in Sri Lanka mich ziemlich verändert hat und ich nicht mehr bereit bin für ein „geregeltes, normales Leben“ in Deutschland.
Das Hamsterrad „Arbeite für Dein Leben und Lebe für Deine Arbeit“ erzeugt irgendwie Angstzustände in mir. Ich plane bereits meine „Flucht“ nach Sri Lanka 😉
Ich glaube das ich jetzt neue Wege gehen muss und das ich eigentlich schon mitten drin bin in einem Prozess dessen Ausmaße mir erst langsam bewusst werden..
Trotz Allem: Den Segen meiner Familie und die vollste Unterstützung habe ich auf jeden Fall. Das ist natürlich das Wichtigste. Nun reise ich erstmal für unbestimmte Zeit nach Sri Lanka und werde hier heiraten. Dieses Jahr wird mich und Anusha immer mehr zusammen bringen und uns an den Ort führen, der unser neues Zuhause, ja unser Alterswohnsitz werden wird. Noch im Dezember kaufen wir uns nämlich ein Grundstück im kleinen, malerischen und sehr abgelegenen Miyanawatta, einem Dorf in der Nähe von Monaragala. Doch bis es soweit ist führt uns unsere Reise quer durch Sri Lanka und wir verbringen die meiste Zeit in Matale, im Bergland und im Herzen Sri Lankas, wo wir unsere Liebe zu Wasserfällen und dem unberührten Dschungel entdecken. Wir unternehmen ausgedehnte Spaziergänge und Bergwanderungen. Am besten gefallen mir aber die Flußwanderungen quer durch den Dschungel und die unbekannten, längst vergessenen Wasserfälle inmitten der Natur. Je unzugänglicher, desto interessanter. Sri Lanka ist Abenteuer pur!

Das Jahr im Überblick

Januar

  • Wohnungsauflösung und Einzug bei den Eltern
  • Arbeiten in Eckernförde und der Versuch der Reintegration

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Der wunderschöne Strand und die typischen Strandkörbe in Eckernförde

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Die Strandpromenade nahe der Innenstadt

Februar

  • Langsame Haushaltsauflösung und abwerfen von Ballast
  • Ich behalte nur wenige persönliche Dinge und trenne mich von den meisten Sachen
  • Es wird klar, das ich für länger nach Sri Lanka gehen werde

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Eckernförder Hafen

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Blick aus dem Bürofenster im alten Speicher

März

  • Entscheidung sofort nach Sri Lanka aufzubrechen und in Zukunft nach Möglichkeit von dort aus zu Arbeiten
  • Letzte Vorbereitungen für einen längeren Aufenthalt in Sri Lanka
  • Der Flug wird online gebucht : Last-Minute und One-Way für 199€

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Die letzten Arbeitstage im Büro

April

  • 27. April – Ankunft in Sri Lanka
  • Wir entscheiden uns in der am dünnsten besiedelten Region ein Grundstück zu kaufen
  • Wir nutzen die Statistiken zu den einzelnen Bezirken und entscheiden uns für das Bergland bei Matale
  • Wohnungssuche direkt in Matale

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Anusha freut sich mich frühzeitig wiederzusehen

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Unsere Wohnung in Matale mit Spinat auf dem Balkon

Mai

  • Eine passende Wohnung ist gefunden und kann ab dem 15. Mai angemietet werden
  • 14. Mai – Standesamtliche Heirat in Sri Lanka und anschließender Honeymoon
  • 17. Mai – Umzug nach Matale (unsere erste gemeinsame Wohnung)
  • Das Leben im Bergland beginnt

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Kurz vor der Trauung bei Anusha Zuhause

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Auf dem Weg zum Hotel nochmal kurz das offizielle Foto 😉

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Honeymoon – Hotel in Anuradhapura

Juni

  • Erste längere gemeinsame Ausflüge
  • Anusha genießt die Freiheit und erfüllt sich einige Träume
  • Wir erkunden die Gegend und machen außerdem wichtige Familienbesuche
  • Anusha macht erste Erfahrungen mit Rohkost und erlebt starke Entgiftungen

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Maname Stagedrama at Matale

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Das erste Mal im Zug nach Kandy

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Mount Lavinia Beach, Colombo

Juli

  • Die Grundstückssuche beginnt und Anusha besichtigt einige passende Grundstücke
    Ich muss mich im Hintergrund halten, da sonst der Preis schnell ansteigen würde
  • Es ist schwierig ein günstiges Grundstück zu finden, denn die meisten Grundstücke sind nur Baulücken
  • Langsam wird deutlich das wir die Situation falsch eingeschätzt haben

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So werden Kokosnüsse fachmännisch transportiert…

 

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Teeplantage auf dem Weg zum Andanwala Wasserfall

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Wir entdecken einen größeren Pool flussaufwärts…

 

August

  • Wir besuchen einige Wasserfälle und reisen immer weiter weg von unserem eigentlichen Zielgebiet
  • Schnell stellen wir fest, das es sich bei der dünn besiedelten Gegend um eine höher gelegene Bergregion handelt und dort der Anbau von Obst und Gemüse nicht so möglich ist, wie gedacht. Die fruchtbaren Gebiete in den Tälern sind hingegen sehr dicht besiedelt.
  • Ende August wird es Zeit für mein neues Visum
    Ich erhalte zum ersten Mal eine Daueraufenthaltsgenehmigung als „Spouse of Sri Lankan“

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Ausflug nach Riverston, Knuckles Mountain Range

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Wir entdecken den Halkandura Wasserfall und die Umgebung

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Ein bedrohlicher Felsen in der Nähe

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Die meiste Zeit verbringen wir im Dschungel

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Picknick am Wasserfall

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Nahe der Watagoda Wasserfälle

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Auf dem Weg zum Kurunduwala Wasserfall

September

  • Wir besuchen weitere Wasserfälle und lieben unsere gemeinsamen Ausflüge in die Natur
  • Anusha ißt immer mehr Rohkost und ihr Asthma wird schlagartig besser
  • Die Grundstückssuche geht natürlich weiter
  • Wir bekommen den Tipp uns in Monaragala umzuschauen.

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Abgelegener Opalgala Wasserfall in der Trockenzeit

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Wir genießen die Natur in vollen Zügen

Oktober

  • 02. Oktober – Zugreise nach Badulla und Weiterfahrt nach Monaragala
  • 04. Oktober – Monaragala G-lon Bergbesteigung und der Wunsch ein Grundstück in der Nähe zu finden. Entscheidung für Monaragala. Wir haben uns verliebt in diese Gegend!
  • Die Grundstückssuche vor Ort: Anusha reist mit ihrem Bruder nach Monaragala und findet zunächst ein kleines Haus für uns. Von dort ist es leichter auf die Grundstückssuche zu gehen.

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Bahnhof in Kandy

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Zugfahrt nach Badulla

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Mit dem Bus geht es weiter nach Monaragala – zum ersten Mal!

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Wir besteigen den Berg bei Monaragala und verlieben uns in die Gegend

November

  • 04. November – Wir mieten ein kleines Haus (2 Zimmer) in Monaragala
  • Kamal und Anusha besichtigen mehrere Grundstücke, während ich in Matale bleibe.

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Arugam Bay, Fischerboote

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Wir bevorzugen den weniger besuchten Strandabschnitt hinter den letzten Hotels

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Ein hohler Baumstamm fasziniert uns

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Anusha genießt das Meer

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Freudensprünge

Dezember

  • 05. Dezember – Pottuvil, Arugam Bay – Wir besuchen zum ersten Mal gemeinsam die Ostküste
  • 06. Dezember Miyanawatta – Grundstücksbesichtigung
  • Kompletter Umzug nach Monaragala
  • Intensive Grundstückssuche und Entscheidung für Miyanawatta
  • 15. Dezember – Wir beginnen bereits Gras zu schneiden mit der Machete und das Grundstück näher zu erkunden
  • 22. Dezember – Kauf des Grundstücks in Miyanawatta

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Blick auf den Nachbarhügel

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Der Nachbarhügel

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Der Weg runter zum Fluss

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Anreise mit dem Moped – im Hintergrund der Dorfberg

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Der Fluss wild und ungezähmt nahe der „Insel“

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Unten am Fluss, dort wo später das Baumhaus gebaut wird